23.-25.08.26: BASF-Praktikum für "Leben mit Chemie"-Sieger
Bericht und Fotos: Paul Kochert (10A)
Nachdem wir, also Lukas Mörschel und ich, Paul Kochert, in der 10. Klasse nun insgesamt zum dritten Mal beim Wettbewerb „Leben mit Chemie" teilgenommen hatten, stand nun ein besonderer Abschlusspreis an: Drei Tage Experimentieren im Chemielabor bei der BASF SE in Ludwigshafen.
Dienstag (23.06.26):
Nachdem wir gegen 9:30 Uhr in Pirmasens aufgebrochen waren, kamen wir gegen 11 Uhr in Ludwigshafen an. Offiziel startete die Veranstaltung mit einem Mittagessen in der Kantine. Nach dieser Stärkung ging es dann für die insgesamt 23 Teilnehmer aus ganz Rheinland-Pfalz ab ins „Teens Lab Oberstufe", wo zuerst im Seminarraum eine kleine Kennenlernrunde gemacht, einige Sicherheitshinweise besprochen und die, im Voraus erarbeiteten Themen, präsentiert wurden. Im eigentlichen Labor angekommen, ging es nun, ausgestattet mit Kittel und Schutzbrille, an die ersten Experimente. Am heutigen Tag standen Arbeiten zum Thema „Katalyse" an.
Die Katalyse bezeichnet die Beschleunigung oder Ermöglichung einer chemischen Reaktion durch die Zugabe eines Stoffes, der nach der Reaktion jedoch selbst unverändert vorliegt und nicht verbraucht wird.
Die Zweiergruppen durften sich nun ein Experiment aussuchen, welches sie durchführen wollten. Dabei ging es zum Beispiel um die Ammoniak-Synthese (die bei der BASF erfunden wurde) oder auch den Zerfall von Wasserstoffperoxid mit Braunstein. Besonders faszinierend war dabei für mich der Aufbau der großen Syntheseapparatur und die Tatsache, erstmals richtig praktisch experimentieren zu dürfen. Gegen 17:30 Uhr ging es nun mit dem Bus in die Jugendherberge nach Mannheim, wo wir gemeinsam grillten und an der nahegelegenen Rheinpromenade einige Gemeinschaftsspiele spielten. Auch die eine oder andere Runde „Werwolf" durfte nicht fehlen. Somit war der erste Tag voller neuer Eindrücke bereits vorüber.
Mittwoch (24.06.26):
Nach einer glühend heißen, unerholsamen Nacht im Backofen der Herberge ging es morgens bereits um 8:00 Uhr mit dem Bus wieder auf die andere Rheinseite. Angekommen im Labor standen heute Experimente zur Biotechnologie an. Dabei ging es beispielsweise um die genetische Veränderung von Bakterien durch Plasmide (diese erschienen dann blau, s. Bild). Auch sollte mit dem Verfahren der sogenannten „Gelelektrophorese" ein Beweis für gentechnisch veränderten Mais gefunden werden. Bei diesen Experimenten war absolute Genauigkeit und Fingerspitzengefühl gefordert. Nach dem darauffolgenden Mittagessen in der Kantine folgte nun eine kleine Challenge, bei der ein rohes Ei mithilfe weniger Materialien (z.B. Tesa, einem Luftballon, Papier usw.) 10 Meter weit geworfen werden sollte, ohne zu zerbrechen. An dieser Aufgabe scheiterten unsere beiden Gruppen leider kläglichst. Gerade rechtzeitig zur großen Mittagshitze folgte nun ein kleiner Besuch im „Visitor Center" und eine Werksrundfahrt im klimatisierten Bus über das beeindruckende, hochmoderne Betriebsgelände, welches Arbeit für annähernd 35.000 Arbeiter bietet. Dabei ging es vorbei an der L-Menthol-Fabrik (ja, genau, der Aromastoff, der in fast jedem Minzprodukt steckt, stammt aus dem Hause BASF) und den modernen Steamcrackern, Maschinen in denen reaktionsträge, langkettige Kohlenwasserstoffe in kurzkettige, reaktionsfreudige verarbeitet werden. Bei der Fahrt durfte leider nicht fotografiert werden. Mit dem selben Bus ging es nun direkt weiter zum Bowlingcenter, wo wir auch gemeinsam zu Abend gegessen haben. Zurück in der Jugendherberge ging nun jeder seiner Wege, wobei sich eine kleine Gruppe auch von aufkommender Müdigkeit nicht vom „Werwolf" spielen abbringen ließ. Somit endete auch der zweite Tag.
Donnerstag (25.06.26)
Wie bereits tagszuvor startete der letzte Tag unseres Aufenthaltes früh. Mit dem Bus ging es zur BASF, wo wir im Labor Indigo synthetisierten, ein blauer Farbstoff, dessen Synthese bei der BASF erforscht wurde. Nachdem der lange Herstellungsprozess durchlaufen war, ging es nun daran,
T-Shirts mit dem Farbstoff zu färben. Ein letztes Mal ging die Gruppe zum Mittagessen in die Kantine. Nach dem Essen bekamen wir dann unsere Urkunden, auch ein Gruppenfoto durfte nicht fehlen. Die drei Tage, die wir mit der Gruppe verbrachten, waren für uns auf jeden Fall aus menschlicher und chemischer Sicht eine tolle, wichtige Erfahrung. Wir konnten einige Kontakte zu anderen Schülern knüpfen und neue Freundschaften schließen und viele neue Aspekte der Chemie praktisch erforschen. Faszinierend war für mich auf jeden Fall, auf einem so hohen Level zu experimentieren und insbesondere selbst Stoffe durch Synthese herzustellen. Ein Dank gilt Herrn Mayer, Frau Eberle-Hansen und insbesondere Frau Klimmer-Fitting, die uns immer bei der Bearbeitung der Aufgaben unterstützten, den begleitenden Lehrkräften um Landeswettbewerbsleiter Herrn Pörsch für die Mühen und der BASF SE für die Bereitstellung von Labor, Kost und Logis.




